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Bürgerversammlung vom 15.11.2012

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Zu einer Bürgerversammlung hatte der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Klaus Siemon, für Donnerstag, den 15.11.2012 in das Gasthauses „Zur Krone" eingeladen. Rund 100 Besucher sorgten für einen vollen Saal und wurden in der ca. 1 ½ stündigen Veranstaltung über Pläne zum Umbauarbeiten im Ortszentrum und zur Einführung der gesplitteten Abwassergebühr informiert bzw. nutzten anschließend die Gelegenheit zu Fragen und Anregungen. Nach der Begrüßung durch Klaus Siemon erläuterte Bürgermeister Mario Gerhold die Pläne zur Nutzung des VR-Bank-Geländes.

Viele Einrichtungen, die man heute in Körle vorfinde, seien deshalb entstanden, weil Bürger und Politik zur rechten Zeit die Weichen gestellt hätten. Als Beispiele nannte er den Bau der Berglandhalle, die ärztliche Versorgung, Lebensmittelversorgung und das Thema DSL. Einen besonderen Stellenwert nehme bei dem seit 2009 laufenden Dorferneuerungsprogramm nun die Ortsmitte ein, wobei Handlungsmöglichkeiten in erster Linie bei dem Gelände der VR-Bank und den benachbarten Gebäuden bestehen. Dies sei eigentlich der zentrale Ort in Körle und biete mit 2.500 qm gute Entwicklungsmöglichkeiten. Außerdem seien die Eigentümer für Veränderungen offen.

Aus diesen Erwägungen heraus sei die Idee entstanden, der Apotheke und der Arztpraxis an einen neuen Standort anzubieten. Zugleich gebe es Bereitschaft der VR-Bank, die Nutzung des Gebäudes aufzugeben und eine neue Geschäftsstelle auf dem Gelände zu beziehen. Mario Gerhold stellte heraus, dass ein weiterer wichtiger Aspekt der Bau von weiteren Seniorenwohnungen sei. Anhand eines Diagramms stellt er die Bevölkerungsentwicklung dar. Im Zeitraum von 2004 bis 2012 habe sich die Zahl der Einwohner von 2.906 auf 2.919, also um 13 Personen, erhöht. Der Anteil der Einwohner im Seniorenalter (mind. 60 Jahre alt) sei aber im gleichen Zeitraum von 706 (24 %) auf 793 (27 %) angewachsen, also um 87 Personen. Der Bürgermeister wagte die Prognose, dass in einigen Jahren jeder dritte Einwohner im Rentenalter sei. Die gestiegene Lebenserwartung sei ja durchaus Grund zur Freude, man müsse aber die gemeindliche Infrastruktur darauf einrichten, insofern seien weitere Seniorenwohnungen sinnvoll und notwendig. Der vom Büro Rüttger angefertigte Entwurf wurde dann von Architekt Wilmar Rüttger vorgestellt. Der Entwurf beruhe darauf, dass die Scheunen, das heutige Bankgebäude und das Haus zwischen Tegut und der VR-Bank abgerissen werden würden. Diese Häuser könnten durch zwei Dienstleistungs- und Wohngebäude ersetzt werden, in deren Erdgeschoss Nutzfläche für Apotheke, Arzt, VR-Bank und weitere Dienstleistungen entstehen könnte. In den Obergeschossen könnten barrierefrei ausgestattete Eigentumswohnungen entstehen. Dies seien erste Nutzungsentwürfe, die man mit der heutigen Vorstellung zur öffentlichen Diskussion stellen wolle. Ziel sei, im Jahr 2013 einen Investor für das Projekt zu finden und Einigkeit unter den möglichen Beteiligten zu erzielen. Ein gemeindliches Engagement solle sich nur auf die Nutzung des dann freiwerdenden Apothekengebäudes beziehen. Hier verwies der Bürgermeister auf Raumbedarf für die Kinderbetreuung, für Vereine und eine mögliche Nutzung für die Bücherei und Jugendpflege. Ob es gelinge, das ganze Projekt über den Berg zu bringen, werde sich in den kommenden Monaten zeigen. Für Fragen und Anregungen zu dem Vorhaben, insbesondere für Interessenten an den Eigentumswohnungen, stehe zunächst die Gemeindeverwaltung zur Verfügung ( Bauamt, Manfred Zenker Tel. 05665 949816 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Bürgermeister Mario Gerhold Tel. 05665 949812 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ).

Der zweite Punkt des Abends war die Einführung der getrennten Abwassergebühr. Der Bürgermeister erläuterte hierzu, dass die Gemeinden und Städte durch ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofs dazu gezwungen seien, die Gebühren künftig nach Schmutzwasser und Regenwassereinleitung zu trennen. Man kooperiere hier mit den Städten Melsungen und Spangenberg und habe im vergangenen Jahr schon gemeinsame Luftaufnahmen anfertigen lassen. Um die versiegelten Flächen festzustellen , werte ein Fachbüro im Moment die Luftbilder aus. Erst wenn die versiegelte Fläche feststehe und man den gemeindlichen Kostenaufwand für die Regenentwässerung ermittelt habe, könne zur Niederschlagswassergebühr eine genaue Aussage getroffen werden. Im Jahr 2013 werden alle Grundstückseigentümer einen Korrekturbogen erhalten. Hier wird jeder Eigentümer die aus den Luftaufnahmen ermittelte Versiegelungsfläche erkennen und Korrekturen eintragen können. Zuvor werde es aber noch Infoveranstaltungen geben, um die Bürger über Details zu informieren. Ziel sei die Einführung der gesplitteten Abwassergebühr in Körle zum Jahresanfang 2014.