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Ostern 1945: Erlebnisse zum Kriesgende in Körle

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Kriegsende in KasselDie Chronik der Körler Schule lässt einen interessanten Blick auf die Geschehnisse am Ende des 2. Weltkrieges zu. Verfasst wurden die nachfolgenden Zeilen von Lehrer Dietrich Stöber, der als Hauptlehrer von 1930 bis 1956 in Körle tätig war. Hier nun der Bericht aus der Schulchronik:

Das Osterfest 1945 wird allen, die die Schrecken des Krieges miterlebt haben, unvergesslich bleiben. Um den feindlichen Vormarsch zu hemmen, wurden alle Brücken im Land gesprengt. Am Ostersonnabend und in der folgenden Nacht flogen so die Fuldabrücken bei Melsungen, Röhrenfurth, Lobenhausen, Wagenfurth, Grebenau, Guxhagen, die Autobahnbrücke bei Guxhagen und die Eisenbahnbrücke in die Luft. Häuser- und Dachschäden waren überall die Begleiterscheinungen. Am Vormittag des Ostersonntags griffen feindliche Flieger wieder unser Dorf an und warfen Brandbomben auf Häuser und Gehöfte. Benzin- und Phosphorkanister verursachten vielerorts Brände, die aber fast alle erstickt werden konnten. Nur der Wernersche Hof -Nürnberger Str. 25- (im Volksmund Glasewalds Hof) brannte bald lichterloh; er war von besonders großen Brandbomben getroffen worden. Trotz aller Gefahr –die Menschen wurden immer wieder mit Bordwaffen beschossen- tat die Feuerwehr, die nur noch aus alten Männern, Knaben und Frauen bestand, ihren Dienst. Den vereinten Anstrengungen gelang es, das Wohnhaus zu retten; auch das Vieh konnte geborgen werden. Die Wirtschaftsgebäude brannten nieder. Die Besetzung des Dorfes durch die heranrückenden amerikanischen Truppen wurde stündlich erwartet. Manche Bewohner flüchteten mit dem nötigsten Gepäck in die Wälder, andere bereiteten sich auf die Flucht vor. Die meisten bewahrten aber Ruhe und blieben in ihren Häusern. Gang vorsichtig fühlten sich die feindlichen Truppen heran und waren an den Waldrändern des Quiller zu beobachten. Da keinerlei Widerstand mehr vorhanden war und da auch die ständig kreisenden amerikanischen Flieger keine deutschen Soldaten mehr feststellen konnten, kamen nach Eintritt der Dämmerung die feindlichen Panzer den Schlangenweg über Lobenhausen herunter. Patrouillen erkundeten die Furten, die Fulda bot kein Hindernis. Bald rollten die Panzer durch den Fluss, die Zerstörung der Brücken war nutzlos gewesen.

Nun begann die Zeit der Besetzung. Die Bewohner durften nur an bestimmten Tagesstunden, zuerst von 9-17 Uhr, ihre Häuser verlassen. Ein Mann namens Koch, ein Evakuierter aus Kassel, wollte schnell einmal in ein Nachbarhaus gehen. Er wurde auf der Straße erschossen. Bei einem kleinen Scharmützel, das eine kleine deutsche Nachhuttruppe bei der Körler Mühle mit einer amerikanischen Abteilung führte, fielen mehrere Amerikaner. Am Ostermontag ging ein deutscher Flieger in einer Bruchlandung auf dem Sportplatz (Anmerkung der Redaktion: Der Sportplatz befand sich damals in der Fuldaaue unweit des Bahnhofs) südwestlich von Körle nieder; er wurde von den Eichen her (heute Am Ehrenmal) stark beschossen. Beim Durchqueren der Fulda wurde er mehrfach getroffen und schwer verwundet. Unerschrockene Leute bargen ihn und sorgten für seine Überführung in ein Lazarett. Das Flugzeug wurde getroffen, explodierte und brannte aus.

Allmählich hörten die Kriegshandlungen auf, der Gefechtslärm verlor sich nach Osten zu.

Die Häuser und Höfe, in denen sich die amerikanischen Soldaten einquartierten, mussten von den Bewohnern innerhalb von 30 Minuten geräumt werden. Möbel und Wäsche mussten in den Häusern verbleiben. So mussten unter anderem die Familien Georg K. Jacob und Otto Jütte aus ihren Häusern heraus. Ihre Wohnhäuser durften sie 3 Tage nicht betreten, doch wurde ihnen gestattet, das Vieh zu füttern. Hinterher fehlte manches, was die Soldaten gebrauchen konnten und auch das Federvieh war stark dezimiert worden, aber das bringt der Krieg so mit sich. Auch in den Schulsälen wurden Soldaten einquartiert. Ihr Führer war ein Lehrer. Ihm ist es wohl zu verdanken, dass das Schulinventar unversehrt blieb. Nur die Bilder von Hindenburg und Hitler waren mit den Gesichtern der Wand zugekehrt. Nach Abzug der amerikanischen Truppen wurde es still im Dorf. Der Eisenbahnverkehr ruhte völlig, da die Brücken zerstört waren: Guntershausen, Melsungen, Malsfeld, Beiseförth usw. Erst im Nachsommer 1945 lief ein kümmerlicher Betrieb über Behelfsbrücken mit vielfachem Umsteigen wieder an. Ebenso erlag die Post.

Nun wälzte sich über die Straßen und durch die Orte ein Menschenstrom in großer Not mit Gespannen, Handwagen, Kinderwagen und zu Fuß. Flüchtlinge aus den Gebieten von der Ukraine bis zur Elbe, die ihre Heimat verloren hatten und nicht wussten, wo sie bleiben sollten. Dazu kamen viele Wehrmachtsangehörige in geliehenen und geschenkten Zivilkleidern, die ihnen in den seltensten Fällen passten ….

Bildunterschrift: Einmarsch amerikanischer Truppen in Kassel (Wilhelmshöher Allee)

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Umwelt-AG erkundete die Körler Heimatgeschichte

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Die Umwelt-AG für Kinder ist  eine Kooperation aus der NABU-Ortsgruppe und der Grundschule und bietet seit vier Jahren ein Umweltbildungsprogramm, an dem wöchentlich bis zu 20 Kinder teilnehmen. Am vergangenen Freitag widmeten sich die Kinder ausnahmsweise mal nicht Themen aus der Tier- oder Pflanzenwelt, sondern warfen einen Blick in die Vergangenheit von Körle. Eine kleine Wanderung entlang des historischen Rundwegs „anno dazumal“ sorgte bei den Kindern für Bewegung und Bildung zugleich. Bürgermeister Mario Gerhold hatte die Tour für die Kinder organsiert und Zeitzeugen angesprochen, denen die Kinder Fragen unter dem Motto „Wie war das früher ?“stellen konnten. So stand gleich am  Startpunkt der Rundtour, dem Lindenplatz, Herbert Scheffer zur Verfügung. Auf dem weiteren Weg gaben auch Willi Dippel, Anna Katharina Schröder und Heinz Rüdiger gern Auskunft zu den neugierigen Fragen der Kinder, die z.B. lauteten: Waren die Lehrer früher streng ? Hatten Sie als Kind ein Haustier ? Haben Sie den Krieg noch miterlebt ? Waren Sie als Kind mal im Urlaub ? Was war als Kind  Ihr schönstes Weihnachtsgeschenk ? Was haben Sie als Kind am liebsten gegessen ? Bei der einen oder anderen Frage mussten die Omas und Opas doch erst einmal nachdenken, aber die Kinder nahmen die Antworten und Erzählungen der Senioren ganz gespannt auf. Anhand der Lehrtafeln des Rundwegs erhielten die Kinder gute Einblicke in die magere Zeit vor, während und nach dem Krieg. Anschaulich wurde das Thema auch beim Besuch des Kirchengeländes, welches als Zufluchtsort der Dorfbewohner, später aber auch als Friedhof diente. Das Besteigen des Kirchturms war dann auch einer der Höhepunkte des Rundgangs, der insgesamt zwei Stunden dauerte. Nochmals danke an die Bewohner, die sich für die Fragen zur Verfügung stellten. www.umweltag.de  

Bild 4 Heimatgeschichte

Heinz Rüdiger hat für den Rundweg die Informationen zusammengetragen und war allein daher ein kompetenter Ansprechpartner für die Kinder

Bild 2 Heimatgeschichte

Als ehemaliger Küster kennt Willi Dippel auch viele Begebenheiten aus seinem Geburtsort

Bild 3 Heimatgeschichte

Im Haus von Anna Katharina Schröder drehten sich viele Fragen um die Landwirtschaft

Bild 1 Heimatgeschichte

Auf dem Lindenplatz stand Herbert Scheffer den Kindern Rede und Antwort

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Rundweg zur Heimatgeschichte

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Einweihung Lindenplatz bild 2

Die Umgestaltung des Platzes an der Linde ist eine Maßnahme, die von Bürgerinnen und Bürgern in das Dorfentwicklungskonzept eingebracht und von der Gemeinde Körle umgesetzt wurde. Die Arbeiten wurden im vergangenen Jahr abgeschlossen, zur endgültigen Fertigstellung fehlte noch die Beschilderung des historischen Rundweges, dessen Ausgangspunkt an dieser Stelle geplant war. Nun wurde die Übersichtstafel sowie 30 Stationsschilder vor wenigen Wochen aufgestellt, so dass der Einweihung des Platzes nichts mehr im Wege stand. Demzufolge hatte die Gemeinde Körle vor Mittwoch vergangener Woche auf den Lindenplatz eingeladen, um den historischen Dorfrundweg mit dem Namen „Anno dazumal“ freizugeben. Vor ca. 45 Gästen ging Bürgermeister Mario Gerhold kurz auf Werdegang den Platzes ein, der im Jahr 2008 nach einer Kanalbaumaßnahme nur provisorisch wieder hergerichtet wurde, damals schon mit Blick auf eine mögliche Umgestaltung im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms. Im Jahr 2010 fertigte dann das Architekturbüro Steyer aus Körle mehrere entwürfe an, die bei Ortsbesichtigungen mit der Arbeitsgruppe Dorferneuerung diskutiert wurden. Nachdem im Jahr 2011 der Zuwendungsbescheid vom Land einging, erfolgte schließlich im Jahr 2012 die Realisierung durch die Baufirma Grunewald aus Melsungen, die nach Ausschreibung den Auftrag erhielt. Die Kosten der Baumaßnahme lagen bei 69.000 Euro. Die Zuwendung des Landes betrug 34.000 Euro, so dass die Gemeinde selbst ca. 35.000 Euro beisteuern musste.

Die Schilder für den historischen Rundweg wurden mit 2.000 Euro von der VR-Bank Schwalm-Eder mitfinanziert, daher sprach Bürgermeister Mario Gerhold auch Herrn Karl-Heinz Gräser vom Vorstand der VR-Bank den Dank der Gemeinde aus. Das inhaltliche Fundament für den historischen Dorfrundgang lieferte Heinz Rüdiger, der mit seiner Frau an der kleinen Einweihungsfeier teilnahm und der Gemeinde schon in vielen heimatgeschichtlichen Angelegenheiten sehr hilfreich zur Seite stand. Aus Sicht der Gemeinde seien der Umbau des Platzes und die Gestaltung des Rundweges sehr gelungen, sagte Bürgermeister Gerhold. Die vielen interessanten Informationen rund um die Körler Heimatgeschichte sollten auch Bestandteil des Sachkundeunterrichts der Grundschule werden. Darüber hinaus hoffe man natürlich, dass viele Einwohner im Laufe der nächsten Wochen, Monate und Jahre die Gelegenheit für einen heimatkundlichen Spaziergang durch Körle nutzen.

Eine Stationsübersicht mit einer Streckenkarfte finden Sie hier als pdf

 

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Körle - eine Gemeinde macht Geschichte !

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heimatgeschichte

Die Geschichte unserer Dörfer und die Lebensumstände der früherer Bewohner bergen noch viele interessante Geheimnisse. Ein guter Grund, dass sich Menschen mit diesem Thema befassen. Im Jahr 2009 hat sich auf Initiative des Heimatforschers Heinz Rüdiger und des Bürgermeisters Mario Gerhold ein "Arbeitskreis Körler Heimatgeschichte" zusammen gefunden.

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Vom letzten Wolf im Hessenland

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wolf

Berichte über einzelne Wölfe im Süden und Osten Deutschlands sorgten in den letzten Jahren für große Aufmerksamkeit in der Bevölkerung. Dass der letzte Wolf in Hessen in unseren umliegenden Wäldern geschossen wurde, wissen hingegen nicht viele Menschen. Südlich von Körle, im Dreieck zwischen Lobenhausen, Melgershausen und Röhrenfurth, befindet sich der Wolfsstein, der am 5. August 1806 am so genannten Kesselkopf (368 m) im Dreieck zwischen Lobenhausen, Röhrenfurth und Melsungen aufgestellt wurde. Einen interessanten Artikel von Herrn Kurt Lumm aus Melsungen finden Sie hier.

Aktuelles Heimatgeschichte

Wer hat Bilder oder Dokumente zum 1. Wel…

Vor 100 Jahren befanden sich auch die Menschen in unserer Gemeinde in Kriegsstimmung. In den sonst eher ruhigen Dörfern herrschte wegen der Mobilmachung reger Fahrzeugverkehr. In der Kirche wurden Betgottesdienste... weiterlesen

Unwetterkatastrophe im Jahr 1969

In Juli 2009 jährte sich zum 40. Mal ein Ereignis, das vielen Einwohnern noch in schlechter Erinnerung ist. Am 17. Juli 1969 wurde nach einem schweren Unwetter weite Teile von... weiterlesen

Basaltabbau am Grünen See

Am 18. April 2009 fand eine heimtkundliche Exkursion zum Grünen See statt, die von Kurt Maurer aus Melsungen begleitet wurde. Herr Maurer hat nun eine schriftliche Zusammenfassung seiner Erkenntnisse erstellt,... weiterlesen

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Berichte zur Heimatgeschichte

Aus der Feder von Heinz Rüdiger stammen viele ortsgeschichtliche Berichte und Chroniken. Er hat in den vergangenen Jahren umfangreiche Forschungen im Gemeinde- und Staatsarchiv betrieben und gibt die Erkenntnisse in Form von... weiterlesen